Mein neuer Blog ist ab sofort unter www.martin-worldwide.de zu erreichen und wird von nun an auch als Reiseblog missbraucht
Man darf gespannt sein. Das nächste Update folgt auch schon bald – GIB(t) ja viel zu erzählen!
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Da schreibt man wochenlang nix und kommt sich schon fast vor wie in einem Theater aus dem die Leute langsam aber sich das Weite suchen weil die Show der letzte Müll ist. Da schreibe ich doch mal einen Bericht über das Phänomen, das man schon fast krankhaft versucht im Web 2.0 um jeden Preis die Hosen runter zu lassen so dass einem überhaupt jemand zuhört.
Was gibts da draußen eigentlich alles für Spezies?
Bleibt als Fazit:
Stell dir vor es gäbe kein Twitter und jemand kommt zu dir und sagt “Pass mal auf, ich schreibe ein Programm da kann man in 140 Zeichen sagen was man grade macht.” – wie würdet ihr reagieren? Könntet ihr euch vorstellen dass dieser “Dienst” Erfolg hat?
Vermutlich nicht. Aber eins ist klar geworden: Menschen wollen Exhibitionismus. Sie wollen den virtuellen Schwanzvergleich. Vermutlich wollten sie das schon immer denn alles hat evolutionsbiologische Gründe. Nur gibt es eben hier und heute die Kanäle, um das alles auszuleben.
In diesem Sinne – viel Spaß beim exhibitionieren. Ich fang gleich mal an
Schon wieder ein Monat vorbei. Und um 12 Uhr nachts isses schon dunkel. Unglaublich!
Die Highlights der letzten Wochen auf einen Blick im Life-Update.
Filmkritiken, die auf Filmen basieren die wiederum einen Bestseller Roman zum Vorbild haben sind objektiv wenn der Verfasser – meine Wenigkeit – den Schinken nie gelesen hat. Filme, die auf Büchern basieren spalten die Nation, wenn nicht sogar die Welt.
Im Grunde bin ich dann immer glücklich, wenn ich objektiv beurteilen darf, was andere in Hinblick auf wochenlanges Verschlingen von Zeilen- und Buchstabensalat zurückführen. Touché, du subjektive Sphäre der besser Belesenen!
Plot: 814 wird Johanna (Johanna Wokalek) im damals noch ländlichen Ingelheim am Rhein geboren. Als Tochter eines überaus Erz-Konservativen Priesters hat sie es nicht leicht und wird in ihrer Entwicklung enorm gehemmt. Ein Gesandter des Bischofs – der sich eigentlich für die Brüder Johannas interessiert – erkennt schnell ihr außerordentliches Talent und ihre Intelligenz, die sie im raschen Erlernen von Sprachen und ihren Bibelkenntnissen zum Ausdruck bringt. Kurzerhand entschließt er, sie gegen den Willen des Vaters zu unterrichten und ihr ein Studium an einer Domschule zu ermöglichen. Durch eine Verwechslung und der erzwungenen Loyalität der eigenen Mutter erhält ihr weniger begabter Bruder Johannes die Stelle an der Domschule. Johanna flieht aus Ingelheim und gelangt über ihren Bruder auf die Schulbank im entfernten Dorstadt wo beide bis zum Einzug der Normannen unterrichtet werden. Das blutige Gemetzel überlebt Johanna knapp, nicht aber ihr Bruder. Dieser hat mittlerweile erfahren, sollte er an der Schule scheitern, ins entfernte Kloster Fulda abgeschoben zu werden. Johanna, die indess einer Intrige der Gemahlin ihres heimlichen Geliebten Gerold (David Wenham) zum Opfer fiel, beschließt ihren Werdegang als Undercover-Mann im Namen ihres Bruder im Kloster Fulda fortzusetzen. Dort macht sie sich einen Namen als Heilerin indem sie ihre umfangreichen Kenntnisse der Heilkräuterkunde anwendet um anderen zu helfen. Als sie kurz vor der Enttarnung steht flieht sie ins entfernte Rom wo sie auf Grund ihrer Fähigkeiten schnell in die obersten Ränge der katholischen Kirche aufsteigt…
Kritik: Was Volker Schlöndorff, der ursprüngliche Regisseur der “Päpstin”, kritisierte wurde unter Sönke Wortmanns Regie nachhaltig umgesetzt: Die Produktion eines Films im Kino- und TV-Format. Abgestimmt auf beide Zielgruppen und in beide Richtungen auf Directors-Cut vorbereitet. In wieweit dass die Handschrift der Produzenten und die Qualität des Aufgebots beeinflusste, kann ich nicht beurteilen.
Die recht ansprechende Erzählung berührt und fesselt. Das Thema mittelalterliche Kirche im Einklang mit absurden und lächerlichen Weltvorstellungen wird hervorragend in Szene gesetzt. Dennoch untergräbt die Vorstellung, eine unter den Fuchteln ihres geistesgestörten Priester-Vaters erzogene, hoch intelligente Frau macht Karriere in der Höhle des Löwen, meine persönliche Erwartung an diese Geschichte. Während echte Revoluzer wie Martin Luther und CO noch Thesen an Kirchenwände nagelten heilt Johanna Menschen und fügt sich in die Gepflogenheiten einer männerdominierende Gesellschaft ein. Dabei erweisen stets die “alten und Weisen” und dick lustigen Bierbauch-Mönche – wie sie von Wortmann besonders klischeehaft in Szene gesetzt werden – ihr die vom Zuschauer erwartete Loyalität während die “jungen Wilden” einen Stein nach dem anderen in den Weg rollen. Warum konservative Weltanschauungen besonders von dieser Zielgruppe personalisiert wurden ist mir ein Rätsel.
John Goodman als amtierender Papst wirkt wie ein vertrottelter Franziskaner, der nebst Hopfen und Malz lieber Wollust als weltliche Interessen präferiert. In nur wenigen Minuten metamorphiert er zu einem verständnisvollen und liebevollen “Onkel Papst” der sein anfänglich stures und asoziales Verhalten in offene, moderne Weltanschauungen transferiert. Absurd! Dabei hat der Zuschauer zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass so jemand überhaupt ein Papst hätte werden können. Ohnehin besteht die dargestellte Kirche ausschließlich aus Lügen und Intrigen und selbst nach Ernennung von Johanna zur Päpstin bleiben diese bestehen – obwohl sie das offenkundige Oberhaupt einer Weltorganisation ist. Wie war das mit der Personalpolitik im Vatikan? Wohl kein Einfluss drauf, Frau Papst.
Die von Wortmann so propagierte “Liebe zum Detail” scheitert spätestens nach Projezierung der Rom-Kulisse auf die Studiowände. Zwar wurden jene Schauplätze der Päpstin im “authentischen” Marokko gedreht. Römische Authentizität ist dennoch zu keinem Zeitpunkt wirklich spürbar. Vom Antlitz des Vatikans – auf zwei Räume beschränkt – mal ganz zu schweigen.
Wie war das mit der TV-Produktion? Inkonsistente Story – sprunghafte Szenenwechsel und außerordentlich unausgereifte schauspielerische Leistungen – zum Beispiel von Johannas Vater (Iain Glen) tragen ihren Teil zur Bestätigung der Schlöndorffschen Kritik bei. Man merkt der Päpstin an, dass sie versucht die Gefühle der Zuschauer all abendlicher Unterhaltungskost heraufzubeschwören. Wer hat noch nicht wer will noch mal.
Fazit: Ist Kino in diesem Format erträglich? Zwar wäre es anmaßend von mir, Gerüchte im Schnibbelversum der Produzenten zu verbreiten – dennoch glaube ich, dass hier sehr viel Potenzial verschenkt wurde und eine meiner Meinung nach ausgezeichnete Story im Kostümierungswahn und der Pseudo-Detailliebe eines Mainstream-Regisseurs zu Grunde geht.
Ich spreche dennoch eine Empfehlung aus. Warum? Mission Unterhaltung ist geglückt. Und das können die letzten Sneak Erlebnisse nicht von sich behaupten!
6/10 Punkten

28.10.2009
All Inclusive (Couples Retreat, USA, 2009)
Sneak Preview
Plot: Nach kriselnder Ehe beschließt ein Powerpoint-verrücktes Pärchen aus gewöhnlicher amerikanischer Vorstadt einen “Beziehungsurlaub” auf einer Südsee-Insel zu starten. Weils billiger im Grüppchen ist kommen noch drei andere scheinbar glückliche Pärchen – Mitte/Ende 30 – mit auf die Reise. Die wissen allerdings nichts vom Beziehungsprofi “Marcel” (Jean Reno) und seiner Spezialtherapie: Statt Ausschlafen bis 12 heißt es auf um 6 zur Yoga Stunde – natürlich alles “All Inclusive”. Statt Cocktails und wilden Partys gibt es Psychotherapie und Gruppenspiele.
Kritik: Was vielversprechend beginnt mündet in einem langweiligen und vorhersehbarem Beziehungsklamauk in der “Gemächte ins Gesicht” und “Erwischt beim Onanierversuch” die einzigen Schmunzelhöhepunkte sind (oder sein sollen). Viel nackte Haut, ein paar Waschbrettbäuche und herrliche Südseeanblicke (mit meist wolkenverhangenem Himmel) schaffen kurzzeitige Ästhetik. Die Story – die teilweise an die längst vergessene öffentlich-rechtliche Abendunterhaltung “Insel der Träume” erinnert – hält keine Überraschungen bereit. Selbst der am Schluss vom eifersüchtigen Ehemann Joey (Jon Favreau) niedergeboxte Yoga-König Salvadore (Carlos Ponce) verschwindet schlicht aus heiterem Himmel von der Bildfläche statt dem Film durch eine Boxeinlage noch ein kleines Hoch zu verpassen.
Fazit: Gähnende Südsee-Pseudo-Romantik die versucht mit Muckis und Knackärschen zu retten was bereits am grottenschlechten Humor gescheitert ist. Ich kann nur hoffen, dass die nächsten Sneak-Einlagen wieder sehenswert sind.
3 / 10 Punkten.
Trailer:
Kommentar dazu: Am Anfang sieht man Joey, der in einer Bar eine Barkeeperin aufreißt und seine Frau wie sie es mit einem Fitnesstrainer treibt. Diese Szene existiert nicht und wurde wohl geschnitten! Gen Ende dann der klägliche Versuch als beide wieder zueinander finden, durch Umsychronisierung zu retten was so nicht geplant war: “Ich hätte es tun können” hat dann wohl die Beichte des reuenden Ehemanns übernommen. Hätte den armen Zuschauer wohl überfordert! A+
Beschäftigen wir uns in Teil 2 meiner Sauna-Kolumne mit dem Sauna-Ritual als solchem. Nachdem wir die wichtigsten Charaktere in Teil 1 kennengelernt haben und der Kenner, die Labertasche oder der Saunapolizist keine Fremdwörter mehr sind, kann es nun ans Eingemachte gehn.
Die Qual beim Ritual
Angespannte Stille. Während ich mit meinen Badelatschen die nassen Fließen überschreite und die letzte Sauna-Police gerade meinen Lieblingsplatz rechts oben dort unter dem Thermometer räumt, schreite ich wortlos, die Zehenspitzen angespannt, durch die Glastür um mein Ritual zu beginnen. Vorsichtig das Handtuch ausbreiten – kurzer Blick – niemand da. Die Kopflehne zurechtrücken. So ist gut! Nochmal tief durchatmen, die Uhr herumdrehen und schon gleite ich in die wohlverdiente Phase der Entspannung – als ein geduckt watschelnder Halb-Affe mit Waden-Tribal die Arena betritt: “Das ledschde mol saß hier noch ne geile Russin, die wollt gar nimmer raus gehn!!” – eine Labertasche. Die Qual beim Ritual beginnt.
Sauna-Rule: Personen, die sich unmittelbar (das bedeutet innerhalb der ersten 60 Sekunden nach Betreten der Sauna) nach mir niederlassen, sind in jedem Falle zu “überleben”. Das bedeutet sie dürfen auf keinen Fall nach mir die Sauna verlassen!
Jede Menge Smalltalk. “Ja” – “Nein” – “Aha” – “Genau”. Nachdem ich seine komplette Lebensgeschichte kenne konzentriere ich mich bereits auf den Showdown der unmittelbar bevorsteht. Wer wird zuerst die Sauna verlassen? Mr. Laber-Halbaffe hier geht sowieso gleich die Puste aus.
Die letzten fünf Minuten der Sanduhr verstreichen. Korn für Korn rieseln – gleich ist es soweit. Inzwischen ist die Sauna prall gefüllt. Keine Anfänger – die Labertasche stößt auf wenig Gehör. Die Spannung im Raum wird nur durch den sinnlosen “Aufguss” von Mr. Waden-Tribal übertroffen. Kein Aufgussmittel im hölzernen Miniatur-Fass. Die Luft ist geschwängert von faulem Wasser. Ich beginne zu kämpfen.
Sauna-Rule: Wenn du keinen Aufguss mitgebracht, bestellt oder ergammelt hast oder auch an keinem Aufguss teilnimmst: Mach keinen Aufguss des Aufguss willen!
Jetzt sitzen wir da so, aufrecht nebeneinander. Auf gleicher Höhe, Auge um Auge. Schweiß, Nässe, faules Wasser in der Luft. Wer wird zuerst den Raum verlassen? Wenn ich gleich aufstehe wird mir der Halbaffe wenige Sekunden später triumphierend folgen, da er mich “überlebt” hat. Mich den Kenner! Sein heimliches Vorbild. Im Saunaritual besiegt. Das darf ich nicht zulassen.
Es wird immer heißer. Ich überlebe mittlerweile auch einige Anfänger die unmittelbar neben dem Ofen Platz nehmen und von Mr. Tribal mit den Worten “Ha! Da is doch viel zu heiß für dich.” hinaus gemobbt werden. Sein Schweiß-Schatten, gepflastert mit Sauna-Leichen die nur noch frustriert die Glastür hinter sich zuschmettern. “Jetzt erst recht” – denke ich und nehme noch einmal tief Luft. Herr Tribal schnauft, bewegt sich. Er will aufstehen doch er spürt meinen Kampf und setzt sich wieder hin. Die Sanduhr ist längst abgelaufen. Ich muss durchalten!
Sauna-Rule: Eine “überlebte” Sanduhr berechtigt zur absoluten Immunität im Saunabereich!
Geschafft! Ein wenig frustriert schleppt er sich zum Ausgang. Der innerliche Jubel der zurückgebliebenen liegt förmlich in der Luft und nimmt dem fast verzogenen faulen Gestank das letzte bisschen Energie. Ich spüre das Schulterklopfen, Hände schütteln. So müssen sich Astronauten fühlen wenn sie ein Bad in der Menge nach Ankunft auf der Erde nehmen. Stolz schreite ich zum Kaltraum während die Labertasche eine Dusche nimmt.
Sauna-Rule: Nach dem Ritual folgt der Gang in den Kaltraum!
Ich habe ihn nicht nur im Ritual geschlagen, sondern auch im post-rituellen Verhalten. Was kann es schöneres geben? Jeder Atemzug an der frischen Luft – ein LungenBläßchenOrgasmus.
Fortsetzung folgt!
Die vergangenen Wochen und Monate habe ich verschiedene Filme der Kategorie “Trash Movie” verköstigt. Nein – dazu gehören keine Lachmuskel-kastrierenden Filme wie “American Pie” oder “Scary Movie 1-25″. Ich spreche von Filmen die so schlecht sind, dass man bereits nach fünf Minuten Dialoge mit seiner Fernbedienung führt. Richtiger Rotz! Filme, so schlecht wie ranzige Butter auf vertrocknetem Toastbrot. Ein Trash-Movie ist sinnfrei. Die Story ist so unterirdisch konstruiert, dass man annehmen muss der Film wäre nach dem Drehen geschrieben worden und nicht vorher.
Die berechtigte Frage an dieser Stell ist natürlich: Warum schaut der sich dann diesen Mist an? Die Antwort ist einfach: ICH LIEBE ES!
“tonywebman” aus Kanada schreibt in einem IMDB Kommentar sehr passend in einer Kritik zu “Zombie Strippers (2008)”:
This movie is suppose to be bad. It was made that way. The actors knew it was bad, the director knew it was bad, the producers knew it was bad, that’s why they made it… and that’s what makes it so good.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
In Teil 1 dieser kleinen Review-Serie stelle ich euch drei dieser Filmwürste vor. Die Bewertung erfolgt wie gewohnt von 1-10 wobei 1 hier großartig-schlecht und 10 viel-zu-anspruchsvoll-schlecht abbildet.
Plot: Irgendwo an der Westküste der USA herrscht nach einem Erdbeben Anarchie! Niemand ist er mehr sicher und Gangs haben sich gebildet um zu rauben und zu plündern. Die gefürchteten Surf Nazis haben das Kommando übernommen. Bis es zum Tod eines Schwarzen kommt dessen “Big Mama” sich an den Halunken rächen will.
Trash-Review: Herrlich! “Surf Nazis” – das sind mit Hakenkreuz bemalte halbe Portionen in Jogginghosen die sinnloserweise am Strand herum surfen um ihre gigantische Macht über das unterdrückte Volk in Zeiten der Anarchie zu demonstrieren. Klar, dass an solchen Tagen hilflose Omis am Strand herumlungern die eindrucksvoll von den Surf Nazis beklaut werden. Die Kulisse ist so grottig, dass man denken könnte die Filmcrew habe in der Garage des Produzenten gedreht. Klischees vom feinsten.
Trash-Highlight: Die Surf-Nazis auf der Flucht vor Big-Mama fliehen – genau – mit dem Surfbrett. Wie das – angesichts der Tatsache, dass man nur nach vorne und nicht nach hinten surfen kann – gehen soll, ist ein Fall für Galileo Mystery.
Trash-Bewertung: 2 / 10
Trailer:
Plot: Produktion eines Troma Trash-Films. Am Set wird fleißig gemordet während der Regisseur (Lloyd Kaufmann der sich selbst spielt) den Verstand verliert als ein Darsteller nach dem anderen den Löffel abgibt.
Trash-Review: Sinnloses Gemetzel, viel zu viel Kunstblut und einige Sex-Szenen machen Terror-Firmer zu seinem wahnwitzigen Splatter-Klamauk den man sich am besten zugekifft anschaut um nicht selbst den Verstand zu verlieren. An einigen Stellen viel zu “professionell” für eine Wertung im unteren Bereich.
Trash-Highlight: Wenige echte Highlights da die Story straightforward ist und wenig Spielraum für sinnlose Eskalationen liefert.
Trash-Bewertung: 5/10
Trailer: Viel zu geschmacklos um ihn hier zu embedden.
Lik-Wong / Aka: The Story of Ricky (1991)
Plot: Ein Gefängnis irgendwo in Asien. Die Insassen – unter ihnen Ricky – werden von blutrünstigen Bossen regiert, die je einen der vier Flügel unter ihrer Kontrolle haben. Komplette Anarchie, bästialische Bandenkriege und jede Menge sinnlose Dialoge.
Trash-Review: Wow! Die deutsche Synchronisation ist so unglaublich unterirdisch, dass weder Emotionen noch die Länge der Dialoge zur Mimik und Sprache der Darsteller passen. Niemand weiß so recht warum Ricky eigentlich im Gefängnis sitzt und auch sonst werden die Beziehungen der Darsteller untereinander als Gegeben vorausgesetzt und ziehen sich schleifend anmaßend und sinnlos zugleich über den ganzen Film. Der unbesiegbare Ricky kämpft so unglaublich elegant und unterhaltend, dass dieser Film schon fast A-Movie Potenzial haben könnte – wenn er nicht so unglaublich grottig insziniert wäre. A+!
Trash-Highlight: Im Todeskampf mit einem “Endboss” will dieser in seiner letzten Tat dem knallharten Ricky ein Schnippchen schlagen indem er sich den Bauch aufschlitzt und versucht ihn mit seinem eigenen Darm zu erwürgen. Anatomische Glanzleistung!
Trash-Bewertung: 1/10
Trailer:
Fortsetzung folgt!
Unter anderem mit:
Früher mal war ich gefürchteter Filmkritiker auf ciao.com. Fast so gefürchtet wie der FC Nippes als Anwärter auf den UEFA Pokal.
Nichts desto trotz füll ich diesen Blog nun regelmäßig mit ein paar Kurzkritiken. Das meiste davon wird vermutlich eh niemals im Kino präsentiert – seis drum, Google soll ja auch was zu suchen haben.
21.09.2009
Artimos Sviesos (Drama, Littauen, 2009)
Sneak-Preview
Plot: Der seelenlose Versicherungsagent Tadas (Dainius Gavenonis), der in einer frisch bezogenen aber runtergekommenen Wohnung aus den Inhalten seiner Umzugskartons haust, findet sich nur spärlich mit seinem trostlosen Dasein ab. Seine Frau Laura (Julia-Maria Köhler) sieht das ähnlich. Plötzlich trifft Tadas den Innenarchitekten und alten Schulfreund Linas (Jonas Antanelis) der so gar nicht in sein monotones und vorgeplantes Leben passt. Linas nimmt Tadas mit auf eine “Autofahrt” durch das triste Nachtleben einer (vermutlich littauischen) Großstadt. Aber auch Laura macht sich auf den Weg, ihr tristes Dasein zu verändern. Klar, dass alle drei früher oder später aufeinandertreffen.
Kritik: Was wahrlich an eine Mischung aus Roadmovie und Liebesgeschichte herankommen soll, wird bereits nach wenigen Minuten zur Farce. Die Emotionslosigkeit der Darsteller rührt entweder von der grottenschlechten Synchronisation (die oft an die berühmten Dialoge der Milchschnitte (=Klitschko) Brüder erinnert) oder der Tatsache, dass 92 Minuten “Handlung” (sofern man davon sprechen kann) mit so wenig geistreichen Dialogen untersetzt sind, dass der Staff sich selbst in den Schlaf gewogen hat.
Im Schonwaschgang geht es durch die Tristesse einer viel zu hässlichen Großstadt, die so wenig Seele und Charakter hat wie ein Backstein in der Tundra. Rituale will der scheinbar ausgeflippte Linas seinem alten Freund vermitteln als beide den Atem anhaltend und Licht aus durch die Betonwüste kutschieren. Parallel wird Tadas’ Frau von einer Horde pubertierender Milchgesichter und einem viel zu gelben Auto durch die Nacht gegondelt. Damit will mir der Produzent und Schöpfer vermitteln, dass das verlorene Ehepaar ein scheinbar gleiches Schicksal ereilt.
Während Tadas an seinem Goodwill und Verstand zweifelt, küsst die aufgebrezelte Laura eines der drei Milchgesichter und macht sich mit dem gelben Fahrgeschoss von dannen. Sie trifft die anderen beiden Helden, die sich (und mich) von einer Tankstelle zur nächsten quälen (“Das Ritual ist, immer nur zwei Liter zu tanken”). Tadas erzählt Linas nicht, dass es sich um seine Angebetete handelt. Der versucht die kesse Laura natürlich zu erobern.
Schon als Tadas den für diese Art Film viel zu stylischen Linas kennenlernt wird klar, dass es sich um eine Art “Ich hol dich hier raus und zeig dir ein besseres Leben” Film handeln muss. Kein allzu kompliziertes Thema, auch nicht für einen Durchschnittsproduzenten. Artimos Sviesos will aber gleichzeitig vermitteln, dass eine eingerostete Liebe durch ein verbundenes Abenteuer zum Leben erwacht. So werden parallel zwei Schicksale präsentiert, die sich irgendwie viel zu ähnlich als aufregend sind. Filme leben von Emotionen, Gefühlen oder einer Art Grundstimmung. Das wäre prinzipiell gar nicht so schlimm, aber selbst visuelle Reize oder ein auditiver Moment in Form von geistesgegenwärtigen Dialogen lässt Artimos Sviesos vermissen.
Fazit: Stimmung und Inszinierung in Artimos Sviesos gleichen einem dunklen Regentag auf dem Balkon mit Blick auf eine abgeschlossene Kartonfabrik (mit genau der gleichen Dramaturgie). Spannung bis zur ersten Minute.
2 / 10 Punkten
Trailer:
Als Mojito Testbeauftragter fünften Ranges komme ich nicht drum herum vor einer langen Salsa Nacht meine trockene Kehle mit dem minzig-spritzigen kubanischen Cocktail anzufeuchten. Diesmal bin ich in vertrauten Gefilden unterwegs. Meine ehemalige Heimatstadt Kobelenz.
Location: Enchiladas Koblenz

Erster Eindruck: Holla! Mojito in der Happy Hour. Geordert um 19:59 werd ich zuerst verdutzt fordernd vom erregten Barkeeper – der gerade ein paar Erdbeeren mit Eiswürfeln durch die Margarita Presse quetscht – angeschaut: “Da hast du aber nochmal Glück gehabt!”. Ob das Auswirkungen auf die Zubereitungsweise des Moschiddo hat? Wir werden sehen. Gestresst und mit wenig Liebe stampft er wie ein reudiger Elefant die Minze + Limetten zu Brei. Im hohem Bogen fliegt ein Spritzer Rum dazu der anschließend von einem Soda-Strahl durchgewaschen wird. Achja, das Eis war da auch noch irgendwo.
Geschmack: Professionell aber wenig überraschend. Die Säure der Limetten überwiegt. Das Rum-Soda Verhältnis beleidigt meine Geschmacksknospen und wird nur noch vom viel zu spärlich generierten “Zuckererlebnis” untertünscht.
Besonderheiten: Keine Heuschrecken. Pluspunkt? Ich entscheide mich für ein kurzes Review denn eigentlich bin ich enttäuscht dass dieses Minzgesöff so wenig Ähnlichkeiten mit einem weltklasse Mojito in der selben Location einige Wochen zuvor hatte. Auf den Barkeeper kommt es nunmal an, worauf auch sonst? 5 Zutaten durcheinander wirbeln kann schließlich jeder. Und wo sind eigentlich die “kreativen” Gläser? Man meint manchmal, dass sämtliche Cocktail-Bars bei Ikea einkaufen. So geht das nicht.
Preis/Leistung: Für einen Happy Hour Cocktail hab ich ein ähnliches Preis-Leistungsverhältnis wie bein 1 Euro Cheeseburger von Mc Donalds festgestellt: Schmeckt nicht aber tut auch nicht weh.
Gesamturteil: Wenn sauer wirklich lustig machen würde, hätte man mich nach diesem Mojito für einen jamaikanischen Dauerkiffer auf Crack halten müssen. Das professionelle Ambiente (abgesehen von den Gläsern) und der Happy-Hour Bonus machen trotzdem einiges gut.
5,5 / 10 Punkten
Seit neustem followe ich einer Schriftstellerin mit Hut im Twitter @elsebuschheuer. (harr harr) Man möge hinzufügen *schleim*
Auf jedenfall bin ich über ihren täglichen Zynismus (eine Mischung aus Hass, Frustration, und liebevoller Dekadenz) auf eines ihrer Bücher mit dem Namen “Das New York Tagebuch” gestoßen. Hier ein Auszug, der mich persönlich sehr angesprochen hat:

Fazit:
Oft scheitern wir gern mal an den einfachsten Missionen, selbst wenn wir in guter Absicht handeln. An solchen Tagen kannst du nichtmal einem verdursteten Wüstenwanderer eine eiskalte Coke anbieten. Warum gibt es solche Phasen? Vermutlich alles selektive Wahrnehmung! Wer viel unternimmt wird oft scheitern – egal wie einfach oder komplex die unterschiedlichen Aufgaben sind. So ist das! Akzeptier es!